Hugh Johnsons Weingeschichte

 |  | 
|  Die Geschichte des Weines von Dionysos bis Rothschild
|
Die Geschichte des Weines aufzuschreiben ist ein gewagtes Unterfangen. Die Anzahl der literarischen Fundstellen ist so unübersehbar groß, dass zwangsläufig nicht alle Aspekte angesprochen werden können.
Der Brite Hugh Johnson, bekannt, durch seine Enzyklopädie der Weine (Der große Johnson) und zahlreiche Atlanten über Weinanbaugebiete, hat über 5 Jahre an seiner Geschichte gearbeitet.
Herausgekommen ist ein fundiertes Werk, das mit großer Sachkenntnis geschrieben worden ist, das im Stil aber immer verständlich bleibt.
Angefangen mit dem nebulösen Ursprung des Weins, über die schrittweise Verfeinerung des Weinbaus, die Entwicklung des Weinhandels, bis hin zur technisch hochentwickelten Weinproduktion des 20. Jahrhunderts, erfährt man auf den über 450 Seiten viel Interessantes.
Inhaltlich wird zwar mehr Gewicht auf den Weinhandel und Weinkonsum gelegt, aber der Leser erfährt auch viel Wissenswertes zum Weinbau, so z.b., warum gerade im Burgund so hervorragende Weine entstehen.
Die Geschichte bewegt sich in den einzelnen Kapiteln chronologisch fort und wird in regelmäßigen Abständen durch kleine Randgeschichten und Abschweifungen unterbrochen. In dem relativ kurzen Kapitel über das 20. Jahrhundert finden sich diese Abschweifungen leider nur noch seltener. Die Begeisterung des Autors für die Historie des Weins - die man beim Lesen spürt - hat so auch ihren Schwerpunkt im 16. - 18. Jahrhundert.
Dennoch ist das Buch das wahrscheinlich umfassenste Werk, dass momentan auf dem Markt ist. Weinliebhaber kann es nur wärmstens empfohlen werden.

(ki) 
|