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Gewichtiges Weinwissen: "Wein Spricht Deutsch"


Wer ein 3,3 kg und 700 Seiten schweres Buch allein über Weine aus deutschsprachigen Gebieten verfasst, dem muss das Thema schon sehr am Herzen liegen. Umso mehr, wenn man erfährt, dass die Autoren alle im Buch erwähnten Weingüter zur Verkostung der Weine persönlich besucht haben. Wie gewichtig der Inhalt von "Wein Spricht Deutsch" ist, erfahren Sie in unserer Rezension.

 

Mut zur Besonderheit

In "Wein Spricht Deutsch" geht es um Weine des deutsprachigen Raumes. Damit sind auch einige Anbaugebiete in der Schweiz und Österreich gemeint. Soweit nichts Besonderes. Außergewöhnlich hingegen ist, dass die Autoren dabei nicht in den Kategorien der klassischen Weinanbaugebiete denken, sondern sich eher an klimatischen und regionalen Gebieten orientieren, sich also mehr dem Terroirgedanken verpflichtet fühlen. So wird etwa das deutsche und schweizerische Gebiet rund um den Bodensee in einem Kapitel behandelt, statt die relativ unterschiedlichen Weine von Bodensee und Kaiserstuhl, die in einem Weinanbaugebiet liegen, zusammen zu betrachten.

 

Auch besonders an "Wein Spricht Deutsch" ist, dass die Autoren tatsächlich auf die Spurensuche nach einer gemeinsamen deutschen Weinkultur gegangen sind. Sprich: Sie haben nach verbindenden Elementen des Weinbaus im deutschsprachigen Sprachraum gesucht. So wird zum Beispiel der Einfluss auf den Weinanbau beleuchtet, den die Tatsache hat, dass Wein in Deutschland durchaus nicht nur als Essensbegleiter, sondern auch als selbstständiges Getränk genossen wird. Hieraus resultiert z.B., dass der Wein viel stimmiger in der Komposition seiner Geschmackskomponenten sein muss, als dies bei einem Wein aus dem romanischen Sprachraumes nötig ist.

 

Kaum Ermüdungserscheinungen

Die Gefahr bei einem Buch, in dem 38 Weinregionen beschrieben werden und das dann auch noch besondere oder für das jeweilige Gebiet typische Winzer vorstellt ist, dass man als Leser dabei schnell ermüden kann. Es bedarf also schon eines interessanten und abwechslungsreichen Stils, um immer wieder Lust auf das nächste Kapitel zu erzeugen. Dies ist den Autoren allerdings wirklich gut gelungen. Regionen und Winzer werden in einer sehr persönlichen Weise vorgestellt und man beschränkt sich nicht, wie in vielen anderen Werken, auf "nüchterne" Fakten. Diese fehlen selbstverständlich auch nicht, sind aber für Liebhaber der Statistiken in übersichtlichen Tabellen zusammengefasst.

 

Der mündige Weintrinker

Mir persönlich hat an dem Buch eine Kleinigkeit besonders gefallen, die nicht unerwähnt bleiben sollte. Die Autoren nehmen das viel zitierte Wort vom mündigen Weinkonsumenten ernst. So gibt in das Werk eingestreut, immer wieder kleine Infokästen zu strittigen Themen, in denen die wichtigsten Pro- und Contra-Argumente zu finden sind. Keine Pamphlet zugunsten der einen oder anderen Meinung, sondern Fakten, anhand man sich selbst seine Meinung bilden kann. Was will man mehr?

 


"Wein Spricht Deutsch" kann beim DLG-Verlag online bestellt werden. Schauen Sie sich auch unser weiteres Weinbuchsortiment an!

(ki)






 
     

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