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Weinprobe zu Hause - Die Verkostung (Teil 2)




Eine Weinprobe sollte in angenehmer Atmosphäre stattfinden. (Foto: DWI - Hartmann)

Schon bei den alten Römern wurde eine Weinprobe in die drei Abschnitte Color, Odor, Sapor unterteilt. Nach der Farbe wird der Geruch und dann der Geschmack begutachtet.

 

Bereits die Farbe verrät viel über Qualität und Geschmack. Zum Beispiel lässt sich an der Farbe das Alter eines Weines ablesen. Beim Weißwein erfolgt das nach der einfachen Regel "je dunkler, desto älter", von hellgelb zu goldgelb und bei besonders alten Edelsüßen bis bräunlich. Rotweine wechseln von rotviolett bis zu rostfarbenen Tönen. Auch die Intensität der Farbe verrät etwas. Ein satter und intensiver Farbton lässt viel Geschmack erwarten.

Beim Schwenken des Glases lässt sich ablesen, wie dick- oder dünnflüssig ein Wein ist. Schlieren zeigen, dass der Wein einen hohen Alkoholgehalt und eine hohe Reife besitzt oder er hat einen hohen Zuckergehalt oder andere Inhaltstoffe, die ihn zähflüssig machen. Schlieren sind daher nicht immer ein Zeichen für Qualität.




Nehmen Sie sich für das "Schnüffeln" Zeit.

Das Riechen des Weines ist mehr ein Schnüffeln. Experten sprechen sogar von der "Schnüffelatmung". Schnelle, kurze Riecher lassen mehr Luft und damit Duft in die Nase kommen. Nehmen Sie sich für das Schnüffeln Zeit, denn der erste Geruchseindruck ist meist nicht der letzte.

 

Das Schnüffeln ist auch deshalb wichtig, weil der Geruch auch beim anschließenden Schmecken eine große Rolle spielt. Die Zunge kann nur zwischen süß, sauer, salzig und bitter unterscheiden. Geschmack ist mehr eine Mischung aus Riechen und Schmecken. Wir riechen Geschmacksempfindungen und schmecken sie nicht mit den Lippen. Das Unterscheidungsorgan liegt in der oberen Nasenhöhle, wohin beim normalen Atmen keine Luft gelangt. Um vom Gehirn registriert zu werden, müssen die Geruchsstoffe des Weines daher durch die Nase und den Mund in den oberen Abschnitt der Nasenhöhle inhaliert werden.

 

Damit ein möglichst intensiver Geschmackseindruck entsteht, sollte der erste Schluck gleichmäßig über die Zunge verteilt werden. Dazu ist es nötig, nicht zu wenig Wein in den Mund zu nehmen (ungefähr die Menge von zwei Esslöffeln). Nun gilt es mit kauenden Bewegungen (daher auch der Ausdruck vom "Weinbeißen") und einem Hin- und Herrollen mit der Zunge ein möglichst umfassendes Geschmackserlebnis zu erhalten. Wichtig auch: Nicht zu schnell hinunterschlucken, damit sich der Wein in der Mundhöhle noch etwas erwärmen kann und die Geschmacksstoffe so intensiviert werden.Zwischen den Proben den Gaumen mit stillem Wasser oder einem Stück frischem Weißbrot neutralisieren. Ansonsten auf kräftige Beilagen wie scharf gewürzte Chips verzichten. Auch Käse sollte nur in milder Form während einer Probe serviert werden. Wenn die Speisen zum Wein passen, kann eine Weinprobe auch mit einem Essen verbunden werden. Bedenken Sie aber, dass dabei oft der Charakter einer echten Weinprobe und die Konzentration auf die Weine leiden können.

 



Der erste Eindruck

Hier entscheidet sich, welcher Geschmack bei einem Wein am intensivsten empfunden wird. Die Geschmackseindrücke entstehen dabei in einer ganz bestimmten Abfolge. Zuerst lässt sich Süße und danach Säure schmecken. Dann spürt man die Auswirkungen der Weinsäure, Kohlensäure und der Tannine. Die Gerbstoffe ziehen die Mundschleimhäute zusammen und bei zu viel Säure ist der Wein aggressiv, bei zu wenig Säure ist er flach. Nach dem Herunterschlucken bleibt ein Nachgeschmack auf dem Gaumen, der so genannte "Abgang". Er verrät viel über die Qualität eines Weines: Ein angenehmer, sauberer und nicht bitterer Nachgeschmack ist ein gutes Zeichen, zumal wenn er lange anhält.

 

 

Die Bewertung

In Weinen stecken Hunderte von Nuancen. Sie zu entdecken ist schwer genug. Noch schwerer ist es, sie zu benennen und dann noch zu bewerten. Letzteres ist aber nicht nur das Ergebnis einer Weinprobe, sondern auch das eigentliche Erlebnis. Neben der ebenso schwierigen wie interessanten eigenen Entscheidung ist es noch spannender, diese mit anderen zu vergleichen, zumal wenn alle unter gleichen Bedingungen ihre Noten abgegeben haben. Die Einstufung eines Weines erfolgt weltweit nach verschiedensten Verfahren: Es gibt Fünf-Sterne, Vier Flaschen, Drei Gläser oder auch Punktesysteme, wobei sich neben dem 20-Punkte-Verfahren das nicht zuletzt durch Weinpapst Robert Parker bekannt gewordene 100-Punkte-System immer mehr durchsetzt.






 
     

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