Eine Frage zu den Inhaltsstoffen

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Quelle DWI/Hartmann

Die Frage, welche Inhaltsstoffe den Wein, verglichen mit anderen Alkoholika, so besonders machen, scheint nun beantwortet: Es sind die Polyphenole. Das sind sogenannte sekundäre Pflanzenstoffe, die sich in Obst und Gemüse sowie deren Säften finden lassen – insbesondere in Schalen, Stielen und Kernen, wie etwa denen der Weintraube. Mittlerweile konnten rund 4000 verschiedene Polyphenolarten nachgewiesen werden. Ernährungsphysiologisch am besten erforscht sind Quercetin, Catechin, Epicatechin und Resveratrol. Allen gemeinsam ist, dass sie vor Krebs schützen und die Verklumpung von Blutplättchen (Thrombozytenaggregation) verhindern, die zur Arterienverkalkung und im schlimmsten Fall zum Herzinfarkt führen kann.

Was bewirken Quercetin und Catechin?

Quercetin wirkt relaxierend und gefäßerweiternd, das heißt der Durchmesser der blutführenden Gefäße erweitert sich, sodass Arterien nicht so schnell verkalken. Forscher der Universität Köln fanden jedoch heraus, dass die gefäßerweiternde Wirkung von Quercetin nur bei Barrique-Rotweinen eintritt. Verantwortlich könnten die Tannine aus dem Holz der Fassdauben sein, die sich in Barrique-Rotweinen finden. Diese stammen aus der Familie der Phenole und sind vor allem bei roten Weinen reichlich vorhanden. Durch Reifung im Holzfass wird die Tannin-Konzentration erhöht. Tannine töten schädliche Bakterien und Viren ab, die sich beispielsweise in der Nahrung befinden.

Quercetin ist vor allem im Wein sonnenreicher Gegenden üppig vorhanden. Außerdem findet es sich auch in Knoblauch, Zwiebeln und Lauch. Am besten wird Quercetin allerdings in alkoholischer Lösung, zum Beispiel in Wein, von den Schleimhäuten aufgenommen.

Catechin findet sich in relativ hoher Konzentration im Wein und ist vom Menschen resorbierbar. Dieses Phenol wirkt antioxidativ und hemmt die Thrombozytenaggregation.

Was ist Resveratrol?

Resveratrol ist ein Fungizid, also ein Pilzhemmstoff, der vorrangig in Trauben aus kühlen und feuchten Gegenden vorkommt. Er findet sich konzentriert in Rotwein aber auch in weißem Chardonnay. Resveratrol wirkt der Thrombozytenaggregation entgegen und schützt den Organismus vor freien Radikalen. Freie Radikale sind hochreaktive Teilchen, die sich in körpereigne Substanzen wie Eiweiße, Fette oder gar die Erbsubstanz drängen, und eine Kettenreaktion in Gang setzen können, durch die einzelne Zellen, ganze Kolonien oder gar die DNA zerstört werden kann. So kommt es zur Entwicklung von Krebs. Freie Radikale entstehen beispielsweise durch Stress, Umweltgifte oder Zigarettenrauch.

Resveratrol kann diese Kettenreaktion stoppen und wirkt somit krebsverhindernd.

Und was ist mit Traubensaft?

Es drängt sich die Frage auf, ob Traubensaft nicht ebenso gut wirkt wie Wein. Die Antwort lautet: Nein. Da bei der Saftherstellung die Traubenschale und -kerne entfernt werden, enthält Traubensaft nur sehr wenige Polyphenole.

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