Einen guten Rotwein richtig zu trinken ist gar nicht so leicht, wie es auf den ersten Blick aussieht. Fehlt nämlich die Kenntnis über die kleinen Tricks und Kniffe, dann entgeht dem Trinkenden ein großer Teil des Genusses. Zudem ist es eine Frage des guten Stils, in Gesellschaft die richtigen Handgriffe zu kennen und durchzuführen. Möchte man als Gastgeber Rotwein anbieten, sollte man tunlichst alle Regeln kennen. Doch schenkt man dem Gast tatsächlich zuerst ein? Und wie findet man den passenden Wein zu jeder Speise? Wir haben die wichtigsten Regeln zusammengefasst.

Meistens sucht man den passenden Wein zu einer bestimmten Speise – das Ganze ist aber auch umgekehrt denkbar, nämlich dass man einen besonderen Wein mit seinen Gästen teilen möchte. In diesem Fall sucht man den passenden Snack zum Wein. Manchmal ist ein Käse hier die richtige Wahl. Vor einem wirklich wichtigen Termin sollten die möglichen Kombinationen probiert werden. Als Grundregel gilt, dass kräftige Weine auch nur mit kräftigen Aromen kombiniert werden sollten.

Besser schlafen nach einem Glas Wein?

Es hält sich hartnäckig das Gerücht, nach einem Glas Wein am Abend schlafe es sich besser. Bevor man nun mit seinen Übernachtungsgästen einen Schlummertrunk genießt, sollte man sich bewusst machen, dass diese Regel nicht für alle Personen gilt. Damit sich niemand schlaflos im Gästebett wälzt, sollte zwischen dem letzten Gläschen und der Schlafenszeit eine angemessene Zeitspanne vergangen sein. Mit Hilfe des Essens kann man den entspannten Schlaf jedoch problemlos unterstützen. Es gibt einige Speisen, die den entspannten Schlaf fördern, wie im Betten.de-Magazin nachzulesen ist.

Nachdem diese organisatorischen Fragen nun geklärt sind und der Verlauf des Abends und der Speisenfolge feststeht, beschäftigen wir uns mit den grundsätzlichen Fragen des eleganten und gekonnten Weintrinkens. Vom Öffnen über das Atmen lassen bis hin zum Trinken – so geht’s:

Das Öffnen der Flasche

Zunächst einmal: Ein Rotwein wird nicht aus dem Kühlschrank serviert. Er sollte etwas kühler als Zimmertemperatur sein. Perfekt ist er, wenn der aus einem kühlen Keller kommt. Nach dem Öffnen kann er für einige wenige Tage im Kühlschrank aufbewahrt werden und sollte für diesen Zweck wieder mit dem Korken verschlossen werden. So wird er nicht schlecht. Hat man öfter halmvolle Weinflaschen, lohnt sich die Anschaffung einer Weinpumpe. Dann kann er natürlich auch gekühlt getrunken werden. Für seine Gäste öffnet man jedoch eine neue Flasche.

Wer einen multifunktionalen Korkenzieher besitzt, der kann damit sowohl den Korken entfernen als auch das Plastik am Flaschenhals durchtrennen. Das macht man mit dem kleinen Kellnermesser. Der Korkenzieher wird nicht zu weit eingedreht, etwa bis zur Hälfte des Korkens. Ansonsten kann dieser zerstört werden und bröselt in den Wein. Am Messer befindet sich auch ein Hebel, der nun am oberen Rand der Flasche angesetzt wird. So lässt sich mithilfe der Hebelwirkung der Korken leicht entfernen. Anschließend unterzieht man den Korken einer Geruchsprobe und testet so die Qualität des Weines. Riecht der Korken sehr säuerlich, dann war er nicht in Ordnung und der Geschmack des Weines hat gelitten.

Den Wein in einer Karaffe atmen lassen

Dieser Schritt wird häufig übersprungen, er ist jedoch sehr nützlich, damit der Wein sein Aroma entfalten kann. Beim Karaffieren wird der gute Tropfen in eine spezielle Karaffe gefüllt. Diese hat einen besonders breiten Boden. Dem Wein wird so Sauerstoff zugeführt und der Bodensatz wird abgetrennt. Gute Weine werden nämlich häufig unfiltriert abgefüllt, sodass sie Trübstoffe enthalten können, die man allerdings nicht in seinem Glas haben will.
Soll man jeden Wein karaffieren? Einem jungen Wein tut das Atmen gut, er sollte rund fünf Stunden vor dem Trinken umgefüllt werden. Ein alter, gut abgelagerter Wein ist hingegen mit der plötzlichen, großflächigen Oxidation überfordert und verliert deutlich an Aroma. Hier genügt es, den Wein einige Stunden vor dem Genuss zu öffnen und die Flasche in Schräglage, zum Beispiel in einem Dekantierkorb, zu lagern. Durch den geöffneten Flaschenhals tritt dann etwas Sauerstoff ein, allerdings nicht zu viel.

Die richtigen Gläser

Während Weißwein in eher schmalen Gläsern eingeschenkt wird, fühlt sich Rotwein in einem bauchigen Glas am wohlsten. So kommt weiterhin Sauerstoff an die Flüssigkeit und die Aromen können sich weiter entfalten. Übrigens gilt beim Wein nicht: Der Gast bekommt zuerst. Zunächst schenkt sich immer der Gastgeber ein, jedoch nur einen kleinen Schluck. Dann testet er den Wein auf Aussehen, Geruch und Geschmack. Ist alles zu seiner Zufriedenheit, werden die Gäste bedient. Zuerst bekommen die Frauen ihren Wein kredenzt, danach die Männer, dann erst der Gastgeber. Das Glas wird nie zu voll eingeschenkt, sondern höchstens zu einem Drittel gefüllt.
Man hält ein Weinglas immer am Stiel. Es am Glas zu halten, zeugt von schlechtem Stil. So würde der Wein von den Händen erwärmt werden, was unerwünscht ist.

Den Wein trinken

Natürlich stürzt man einen feinen Tropfen nicht einfach so hinunter. Man hält das Glas gegen das Licht und bewundert seine Farbe. Der Wein wird geschwenkt und seine Bewegung im Inneren des Glases beobachtet. Erst nachdem man am Glas gerochen hat, nimmt man den ersten, kleinen Schluck. Man behält ihn ein wenig im Mund, um die Explosion der verschiedenen Aromen auf der Zunge genießen zu können. Man prostet sich zu und schaut sich dabei in die Augen. Auf guten Genuss!

Fotonachweis: https://pixabay.com/de/photos/stillleben-essen-trinken-wein-2905834/

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