Die Einteilung von Weinen in Qualitätsstufen soll dem Verbraucher als Orientierungshilfe dienen. Dazu haben Verbände, Institutionen und auch private Weinerzeuger unterschiedliche Qualitätspyramiden entwickelt, die sinnvoll erscheinen. Transparent sind sie jedoch nicht immer. Ein Blick in die Welt der Begrifflichkeiten zwischen Selection, Eiswein, Erste Lage oder Tausend Sterne, die nur dem Zweck dienen sollten, für den Weinfreund im In- und Ausland verständlich und nachvollziehbar zu sein.

Zunächst unterscheidet das Weingesetz zwischen Qualitätswein b.A. und Prädikatsweinen b.A.. Ein Qualitätswein muss aus einem der deutschen Anbaugebiete stammen, ein bestimmtes Mindestmostgewicht haben und über dem Grenzwert des Alkoholgehalts liegen. Zudem muss er eine amtliche sensorische Qualitätsprüfung bestehen. Sind alle Prüfkriterien erfüllt, erhält er eine Prüfnummer.

Für die Prädikatsweine gilt folgende Orientierung, die aber stilistische Freiheiten zulässt:

  • Kabinett: In der Regel leichtere Weine mit einem relativ geringen Alkoholgehalt, die in Deutschland sehr typisch sind.
  • Spätlese: Die Trauben für diese Qualitätsstufe wurden früher traditionell später geerntet und sind konzentrierter. Die Weine wirken elegant mit feiner Frucht.
  • Auslese: Diese hohe Qualitätsstufe bezeichnet edle Weine aus selektierten und sehr reifen Trauben.
  • Beerenauslese: Eine Spezialität, die aus überreifen und edelfaulen Beeren erzeugt wird und hohe Extrakt- und Zuckerwerte aufweist.
  • Trockenbeerenauslese: Das Lesegut für diese edlen Weine stammt aus rosinenartig eingetrockneten Beeren, die es von Natur aus nur in kleinen Mengen gibt. Trockenbeerenauslesen entstehen unter bestimmten Bedingungen und können nicht in jedem Jahr erzeugt werden. Mit ihrem konzentrierten Zuckergehalt und hohen Extrakten sind sie für lange Zeit lagerfähig, in der sie reifen und sich weiterentwickeln.
  • Eiswein: Mindestens minus sieben Grad Celsius müssen herrschen, damit das Traubengut für die Erzeugung von Eiswein gelesen werden darf. Die Trauben werden in gefrorenem Zustand weiterverarbeitet. Eisweine sind sehr konzentriert und dicht mit hohen Extraktwerten.

Darüber hinaus gibt es die Begriffe „Classic“ und „Selection“, die das Deutsche Weininstitut im Jahr 2000 eingeführt hat.

  • „Classic“ bedeutet, dass regionaltypische Rebsorten verwendet und die Weine geschmacklich trocken ausgebaut werden. Der Restzuckergehalt liegt bei maximal 15 g/l.
  • Als „Selection“ werden trockene Spitzenweine bezeichnet, deren Trauben aus ausgewählten Lagen stammen und von Hand gelesen werden. Die Erträge sind gering. Analog zu dem Begriff Selection verwendet man im Rheingau die Bezeichnung „Erstes Gewächs“.

Ein wichtiges Klassifikationsmodell hat der Verband der Prädikatsweingüter (VDP) unlängst vorgestellt. Dabei soll die Bedeutung der Lagen als Herkunft der besten Weine gestärkt und das Mittelsegment klarer strukturiert werden. Das Topsegment dieser Qualitätspyramide bildet die VDP.GROSSE LAGE. Es folgen die Segmente VDP.Erste Lage, Ortswein und Gutswein.

Mancher Winzer entscheidet sich kurzerhand für ein eigenes System, mit dem er seinen Kunden die Klassifizierung seiner Weine vermitteln möchte. Alexander Laible beispielsweise vergibt einen, zwei oder drei Sterne für die unterschiedlichen Segmente aus seinem Weinkeller. Bislang nur einmal verlieh er dabei „Tausend Sterne“ – an einen trockenen Riesling.

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