Alte Reben

Es gibt Weinberge in den Steillagen der Mosel, in der Pfalz oder anderen Regionen, deren Reben vor 50 oder mehr Jahren gepflanzt wurden. In der Moselaner Lage Erdener Prälat kann man sogar 120-jährige Rebstöcke finden, die natürlich eine Seltenheit sind. Nach etwa 25 bis 30 Jahren gehen die Erträge der Reben allmählich zurück, so dass man sie in aller Regel gegen junge Pflanzen austauscht. Ein aktueller Trend im Weinberg ist aber der Erhalt der alten Stöcke. Winzer schätzen sich glücklich, wenn sie über Pflanzungen der Vorfahren verfügen können. Das Wurzelwerk dieser Pflanzen reicht tief in den Boden, so dass sie selbst bei Trockenheit über Wasserreserven verfügen können und dadurch stressresistenter sind. Die Weine dieser Reben sind dichter, komplexer und haben ein intensiveres Aroma, als die aus jüngeren Weinstöcken gekelterten Pendants. Und sie haben selbstverständlich ihren Preis. Heute werben viele Winzer mit der Bezeichnung „Alte Reben“ auf dem Weinetikett. Es gibt aber bislang keine Festlegung, ab wann eine Rebe das ausreichende Alter erreicht hat, um diese Bezeichnung zu tragen.

Die Farbe Orange

In den Kellern einiger deutscher und ausländischer Weingüter experimentiert man mit einem neuen Produkt: den so genannten orangefarbenen Weinen. Sie entstehen, indem man das Traubengut aus weißen Reben wie Rotweine weiterverarbeitet. Das bedeutet, dass man sie für längere Zeit auf der Maische belässt und erst nach 14 Tagen oder mehr abpresst. Das Gegenstück zu den klassischen Blanc de Noirs-Weinen ist ockerfarben bis goldgelb und wird beispielsweise aus der Rebsorte Grauburgunder hergestellt. Ob die Weingenießer ein solches Produkt würdigen werden und ob die Weinwelt es braucht, muss sich noch zeigen.

Rebsorten im Fokus

Autochthone Rebsorten erleben ein Revival. „Mit Goldmuskateller, Blauem Silvaner oder Rotem Riesling möchten sich viele Winzer zusätzlich zu den Standardsorten mit ungewöhnlicheren Weinen eine Nische schaffen“, erklärt Stefan Schöller. Der Weinexperte aus Bodenheim beobachtet zudem eine Zunahme von pilzwiderstandsfähigen Sorten wie Cabernet Blanc, Sauvignon Gris oder Johanniter und der Cabernet-Kreuzungen, deren verstärkter Anbau sich als langfristiger Trend erweist.

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