Wenn die Weihnachtsmärkte ihre Tore öffnen, ist es wieder Zeit der intensiven Gerüche! Und wer kann dem Duft von Glühwein nach einem langen Bummel über den Weihnachtsmarkt nicht widerstehen? Zudem wärmt er ja auch die kalten Füße, oder?

Der Duft der Gewürze ist zwar verführerisch, doch auf die wärmende Wirkung sollte man sich nicht verlasen. Das Ethanol weitet bei den kalten Temperaturen die Blutgefäße, wodurch mehr Blut an die Hautoberfläche gelangt und der Körper gibt die Wärme umso schneller wieder ab und man friert nach dem Genuss mehr als vorher. Wenn der Winzerglühwein hingegen in warmen Räumen getrunken wird, hält das Wärmegefühl deutlich länger an.

Bereits im frühen Mittelalter waren Würzweine populär. Die damals häufigen und stark ausgeprägten Weinfehler konnten mit den Gewürzen überdeckt und der Wein somit noch getrunken werden. Auch heute ist Glühwein ein beliebtes Getränk. Im letzten Jahr konsumierten die Deutschen rund 50 Millionen Liter. Im Trend liegen dieses Jahr Fruchtglühweine mit Apfel-, Kirsch-, oder Heidelbeergeschmack.

Er geht bei heißen und zuckerhaltigen Getränken allerdings schneller ins Blut und langes Köcheln des Glühweins in offenen Gefäßen lässt den Alkohol verdunsten. Der Alkohol liegt dann nur noch bei 4-5 % und die Aromen der Gewürze gehen verloren.

Sternanis

Chinesischer Sternanis enthält wie die bereits in der Antike geschätzte Gewürzpflanze das ätherische Öl Anethol und wird heute in Europa als beliebtes Gewürz in Spirituosen verwendet. Pastis, Uzo und Raki sind die wohl bekanntesten Varianten. In der Medizin gilt Sternanis als allgemein anregend und harntreibend. Ein Tee aus Anis soll Halsschmerzen lindern.

Kardamom

Kardamom stammt aus Indien und gelangte in der Antike auf alten Karawanenstraßen über Ägypten, Griechenland und Rom nach Europa. In den grünen Fruchtkapseln der schilfartigen Staude befinden sich bis zu 20 aromatische Samen, die noch vor ihrer vollen Reife gepflückt und getrocknet werden. Bei weißem Kardamom handelt es sich um grüne Kapseln, die gebleicht wurden. Kardamom schmeckt leicht nach Zitrone und ihm wird eine appetitanregende Wirkung nachgesagt und soll gegen Blähungen helfen.

Nelken

Die Heimat der Gewürznelken sind die Molukken in Südostasien, wo sie schon Jahrhunderte vor der christlichen Zeitrechnung von chinesischen Köchen verwendet wurden. Pur schmecken sie recht bitter, erst durch die Hitze beim Kochen entwickeln sie das typische Aroma. Nelken wirken antibakteriell und verdauungsfördernd.

Zimt

Das leicht süße Gewürz stammt ursprünglich aus Sri Lanka und wird heute in vielen tropischen Zonen mit feuchtheißer Witterung kultiviert. Der echte Ceylonzimt ist abgeschälte Baumrinde des Zimtbaumes aus der Familie der Lorbeergewächse und lässt sich durch seine braunere Färbung von dem dunkelroten Kassiazimt (Chinesischer Zimt) unterscheiden. Zimt regt die Verdauung an, hilft bei Völlegefühl und soll aphrodisierend wirken.

Im Zusammenhang mit Zimtsternen ist das Gift Cumarin in die Schlagzeilen geraten. Es ist im Ceylonzimt jedoch nur in sehr geringen Spuren enthalten. Tests der Stiftung Warentest ergaben, dass in den auf Weihnachtsmärkten verkauften Glühweinen der zulässige Cumarinwert nicht überstiegen wird. Schlechter sah es da bei alkoholfreiem Kinderpunsch aus. Bei fünf der acht getesteten Produkte lagen die Werte höher als erlaubt. Auch in den fertigen Gewürzmischungen für Glühwein ist der schwerer belastete Kassiazimt enthalten.

Hier finden Sie eine Auswahl schöner Winzer-Glühweine.

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