Kleines Lexikon der Küchenirrtümer

Keine angebliche Wahrheit hält sich so beharrlich wie die der Irrtümer. Vielleicht ist das der Grund, warum die Irrtums-Bücher gerade so hoch im Kurs stehen. Der Eichborn Verlag hat nun bereits sein zweites Irrtums-Buch herausgebracht: das Kleine Lexikon der Küchenirrtümer.

Wer oft auf Partys geht, bei denen schnell der Gesprächsstoff ausgeht, wird das kleine Lexikon der Küchenirrtümer lieben. Auf jeweils zwei bis drei Seiten werden viele der sich hartnäckig haltenden Gerüchte um die richtige Zubereitung von Lebensmitteln korrigiert. Mit dabei sind schon als Klassiker zu bezeichnende Irrtümer wie „Cola löst ein Stück Fleisch über Nacht auf“, „Fischstäbchen bestehen aus Fischabfällen“, „Reis im Salzstreuer verhindert das Klumpen“ und „Mehl muss gesiebt werden“. Die einzelnen Beiträge sind gut recherchiert und lesen sich amüsant. Sie sind bisweilen etwas reißerisch, aber immer gut verständlich. Fast alle Irrtümer sind durch entsprechende Quellen belegt, was bei näherem Interesse an einem Thema sehr hilfreich ist.

Wenn man denn etwas an dem Werk kritisieren möchte, dann vielleicht, dass manche vermeintliche Irrtümer nur vage entkräftet werden, etwa der Glaube „Bratkartoffeln machen dick, weil sie viel Fett aufnehmen“. Dies ist zwar falsch, weil das Fett nicht direkt in die Kartoffel eindringt, aber die Bratkartoffeln hat im Vergleich zur ganzen Kartoffel eine größere Oberfläche, deren Kruste zudem die Eigenschaft besitzt, zusätzlich viel Fett aufzunehmen. Das macht aus der Bratkartoffel natürlich einen Fettbomber. Der mündige Leser wird dies aber sicher erkennen und nach der Lektüre nicht meinen, Bratkartoffeln seien fettarm.

In jedem Falle ist es aber ein großer Verdienst des Buches, dass man dazu angehalten wird, Dinge zu hinterfragen. Und damit ist doch schon eine ganze Menge erreicht.

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