Zur Weinlese nach Berlin!?

Berlin und Wein? Sie haben richtig gelesen! Unsere Hauptstadt hat einiges zu bieten, darunter auch einige Weinberge. Berlin ist sogar ein historisches Weinanbaugebiet, das allerdings – zugegeben – nie besonders gute Weine hervorgebracht hat. Der Besuch lohnt dennoch!

Berliner „Weinberge“

Im Mittelalter gab es rund um Berlin ca. 70 bewirtschaftete Weinberge, die aber nur mittelmäßigen Wein hervorbrachten, weshalb der Weinbau irgendwann auch völlig zum Erliegen kam. In den 1970er Jahren erinnerte man sich in der „Hausbesetzer-Szene“ daran und begann in Kreuzberg (wo auch sonst?) damit, symbolisch wieder einige Reben anzupflanzen. Der „Kreuz Neroberger“ wächst noch heute direkt am Kreuzberg, der mit einer Höhe von 66 Metern eine der höchsten natürlichen Erhebungen Berlins bildet. Der Besuch des Parks lohnt aber auch wegen des Schinkel-Denkmales und des Wasserfalls.

Nordkurven-Wein

Heute umfasst der Gesamtbestand an Rebstöcken in Berlin immerhin ca. 1.500 Rebstöcke. Die wohl interessanteste Lage dürfte dabei das Stadion Wilmersdorf sein, in dessen Nordkurve auf 250 m² je 100 Rebstöcke der Sorten Weißer Riesling und Ehrenfelser angepflanzt sind. Seit 1986 werden dort jährlich etwa 120 Liter „Wilmersdorfer Rheingauperle“ (immerhin im Schnitt über 80° Oechsle) ausgebaut.

Trümmerwein

Aber auch auf der höchsten Erhebung Berlins, dem 115 m hohen Teufelsberg im Grunewald, wurde 1970 Wein angebaut. Die dort aufgeschütteten 26 Mio. Kubikmeter Trümmerschutt brachten das Wilmersdorfer „Teufelströpfchen“ hervor. Heute lädt der Berg im Winter u. a. zum Rodeln ein.

Historischer Weinberg

Wer es etwas beschaulicher haben möchte, kann per S-Bahn in 30 Minuten das nahe gelegene Potsdam erreichen. Auch hier hat man sich auf die alte Weinbautradition besonnen und am historischen Weinberg unterhalb des Schloss Belvederes auf dem Pfingstberg im Park von Sanssouci wieder zweihundert Rebstöcken gepflanzt.

Kulinarische Spurensuche

Wer gerne auf historischen Pfaden wandern möchte, sollte Berlin Mitte aufsuchen. Hier erinnert die Weinbergstraße noch an die alte Weinanbautradition. Wem das zu trocken ist, kann das nahe gelegene „Weinberg“ besuchen und sich dort bei einem Weinmenü oder einem Weinseminar an alte Zeiten erinnern. Alternativ lädt die Weinhandlung „Suff“ in der Schönhauser Straße zum Besuch ein.

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