Weinglossar

Dieses Glossar wird ständig erweitert. Es erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Falls Sie einen Begriff vermissen oder eine Frage haben, senden Sie uns bitte eine Mail an m.kindt@dlg.org.

Kamm

Bezeichnung für das Stielgerüst der Rebe, auch Rappen genannt, auf dem die Blüten und später die Beeren der Weinrebe sitzen.

Kapsel

Eine Folie aus Stanniol (Lat. für Zinn) oder Kunststoff, die den Flaschenkopf und -hals eng umschließt. Diese hat nicht nur einen dekorativen Zweck, sondern schützt den Korken auch vor dem Austrocknen, vor Fremdgerüchen sowie vor den Larven der Korkmotte. Auf der Kapsel findet sich meist bereits ein Hinweis auf den Wein oder den Weinproduzenten. Kapseln aus Blei oder Bleilegierungen sind in der EU nicht zulässig, sind aber noch bei älteren Weinen vorzufinden.
Kunststoffkapseln sind für Weinhersteller die günstigste Kapselvariante. Kapseln aus Zinn sind kostspieliger, aber auch hochwertiger und umweltfreundlicher, da sie zu fast 100 % recyclebar sind.

Kapselabschneider

Ein Kapselabschneider ist ein kleines Messer oder eine runde Klinge zum Entfernen der Kapseln, die sich auf so mancher Weinflasche befinden. Bei Kellnermessern ist ein kleines Kapselmesser schon integriert.

Karaffe

Karaffen werden schon seit dem 18. Jahrhundert zum Servieren genutzt. Die Form orientierte sich jedoch ausschließlich an ästhetischen Gesichtspunkten, sie waren oftmals undurchsichtig. Die Form heutiger Karaffen gründet auf ihrer Funktion. Idealerweise sollte eine Weinkaraffe bauchig sein, mit einem engen Hals und das doppelte Volumen der zu dekantierenden Flasche aufweisen. Siehe dazu auch Dekantieren.

Katasterlage

Seit 2014 die Katasterlage die kleinste, definierbare Weinbauflächeneinheit in Deutschland. Diese können auch lagenübergreifend sein und dienen, sofern sie offiziell anerkannt sind, einer noch engeren Bestimmung der Herkunft eines Weines. Die nächstgrößere Einheit ist die Einzellage. Siehe auch Lage.

Kellerschimmel

Dicker, graugrüner bis fast schwarzer Schimmelpilz („Cladosporium cellare“; auch bekannt als Kellerkatze oder Kellertuch), der sich in Kellern mit sehr hoher Luftfeuchtigkeit von 85 bis 98 % an den Wänden, den Flaschen und Fässern bildet. Der Pilz ernährt sich von dem Alkohol in der Atmosphäre, allerdings entsteht er nicht im Wein, da er mehr als 2 % Alkohol nicht verträgt. Im Gegensatz zu anderen Schimmelarten bildet dieser keine unangenehmen Geruchsstoffe. Der Kellerschimmel ist teils erwünscht, mit Ausnahme auf den Fässern, da angenommen wird, dass er die Luftfeuchtigkeit reguliert. An seinem Vorhandensein, so eine allgemeine Annahme, kann man die optimalen Verhältnisse für Lagerung und Ausbau erkennen – wissenschaftlich ist das allerdings nicht belegt.

Kellertemperatur

Die Kellertemperatur ist für die Lagerung von Wein von entscheidender Bedeutung. Bei zu niedrigeren Temperaturen entwickelt sich Wein langsamer als bei höheren. Bei zu hohen Temperaturen besteht dagegen die Gefahr des Austrocknens des Korkens und einer Oxidation der Weine. Die optimale Temperatur für einen Weinkeller liegt zwischen 9 und 13 °C. Die Luftfeuchtigkeit ist mit 75 bis 80 % optimal.

Kelter

Die Kelter (je nach Gebiet auch Trotte, Torkel oder Torggel genannt) ist eine Presse zur Gewinnung von Trauben- oder Obstsäften, also auch von Most. Meist liegen die Früchte dabei in der Kelter schon als Maische vor, um das Saftpressen zu erleichtern. Diesen Vorgang nennt man Keltern. Jahrhundertelang wurde die Maische mit den Füßen gestampft, später mit Zuhilfenahme von hölzernen Hebelpressen angetrieben von Mensch und Tier (Baumkelter) bis hin zu den ersten rein maschinellen Keltern (Spindelkelter). Die modernen Keltermaschinen laufen vollautomatisch und werden mit Druckluft betrieben.