Weinglossar

Dieses Glossar wird ständig erweitert. Es erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Falls Sie einen Begriff vermissen oder eine Frage haben, senden Sie uns bitte eine Mail an m.kindt@dlg.org.

Jahrgang

Das Jahr, in dem die Trauben eines Weines gewachsen sind. Der Jahrgang muss in Deutschland auf dem Etikett der Weinflasche angegeben werden, sofern der Wein zu 85 % aus dem Lesegut des angegebenen Jahrgangs stammt. Greifen die Arbeit des Winzers und gute Witterungsbedingungen ineinander, können Spitzenjahrgänge entstehen – das sind besonders ausdrucksstarke Weine. Eine Steigerung dazu ist der Jahrhundertwein.

Jahrhundertwein

Ein außergewöhnlicher und herausragender Wein allerhöchster Qualität. Neben der nicht zu unterschätzenden Kunstfertigkeit der Winzer, müssen für einen Jahrhundertwein auch besonders optimale klimatische Bedingungen geherrscht haben. Der Begriff wurde im Zusammenhang mit dem Jahrgang 2003 „inflationär“ gebraucht.

Jungfernlese

Als Jungfernlese bezeichnet man die erste Lese einer neu angepflanzten Weinbergsanlage. Trauben von neu angepflanzten Reben können in der Regel nach drei Jahren zum ersten Mal für die Weinbereitung gelesen werden. Den ersten, daraus geernteten Wein nennt man Jungfernwein.

Jungfernwein

Eine Bezeichnung für den ersten Wein, der aus neu gepflanzten Reben gewonnen wurde. Trauben von neu angepflanzten Reben können in der Regel nach drei Jahren zum ersten Mal gelesen werden. Siehe auch unter Jungfernlese.

Jungwein

Gemäß EU-Weinmarktordung bezeichnet der Jungwein einen Wein, dessen alkoholische Gärung noch nicht beendet und der noch nicht von seiner Hefe getrennt wurde, das heißt er ist noch nicht geklärt. Im allgemeinen Sprachgebrauch werden fallweise aber auch „junge Weine“ des laufenden Jahrganges oder bestimmte Weine für den raschen Verbrauch so bezeichnet.
Der Jungwein ist bekannt für seine Spritzigkeit. In Österreich ist er auch unter dem Namen Heuriger anzutreffen, in Frankreich heißt er Nouveau und in Italien Novello. Die Vorstufe zum Jungwein ist der Neue Wein.

Kabinett

Die Qualitätsstufen von Qualitätsweinen mit Prädikat beginnen in Deutschland mit dem Kabinett, der trocken oder restsüß sein kann. Voraussetzung für die Vergabe des Prädikats Kabinett ist das Tragen einer Amtlichen Prüfnummer, das Erreichen von mindestens 1,5 Punkten bei der sensorischen Prüfung (Fünf-Punkte-System) und das Erfüllen bestimmter gesetzlicher Vorgaben:

  • Die verwendeten Trauben müssen bei einem Kabinett ausschließlich aus Rebsorten der Art „vitis vinifera“ sein, aus einem einzigen Bereich geerntet und grundsätzlich in dem bestimmten Anbaugebiet zu Qualitätswein mit Prädikat verarbeitet werden, zu dem der Bereich gehört.
  • Das Mostgewicht muss mindestens 73 °Oechsle betragen. Das Anbaugebiet Baden bildet dabei eine Ausnahme. Hier muss ein Kabinett-Wein 76 bis 85 °Oechsle aufweisen.
  • Der Alkoholgehalt ist bei einem Kabinett vergleichsweise gering, muss aber mindestens 9 Vol. % betragen. Qualitätsweine mit dem Prädikat „Kabinett“ dürfen zur Alkoholerhöhung nicht angereichert werden.

Kalk

Das Aroma eines Weines ist spürbar von der Beschaffenheit des jeweiligen Bodens abhängig. Kalkböden wirken besonders positiv auf die Aromabildung des Weines. So erstaunt es nicht, dass viele Weinbergsböden sich durch einen sehr hohen Kalkgehalt (bis zu 60 %) auszeichnen.

Kaloriengehalt

Der Mensch benötigt bei leichter Arbeit täglich rund 2.500 kcal und bei schwerer Arbeit um die 4.000 kcal. Wein hat mit durchschnittlich 700 kcal pro Liter einen relativ hohen Kalorienanteil, wobei Rotwein etwas mehr Kalorien hat als Weißwein, was auf den höheren Alkoholgehalt zurückzuführen ist. Die Kalorienmenge von einem Liter Wein entspricht in etwa den folgenden Nahrungsmitteln: 1 l Vollmilch, 10 Eiern, 100 g Butter, 0,8 kg Kartoffeln oder drei Brötchen mit 50 g Leberkäse.

Kaltvergärung

Eine Gärung, die im Bereich zwischen 12 und 15 °C, gelegentlich auch bei 10 °C und knapp darunter, durchgeführt wird, um höhere Alkoholgehalte, fruchtige, bukett- und aromareiche Weine zu erhalten sowie das Auftreten von Fehltönen durch Bakterien zu vermeiden. Bei der Kaltvergärung arbeiten und vermehren sich die Hefen nur langsam, daher dauert auch der Gärprozess dementsprechend lange. Für diese Methode eigenen sich nur bestimmte Hefestämme, die bei niedrigen Temperaturen arbeiten.