Weinglossar

Dieses Glossar wird ständig erweitert. Es erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Falls Sie einen Begriff vermissen oder eine Frage haben, senden Sie uns bitte eine Mail an m.kindt@dlg.org.

Geisenheim

1872 wurde die „Königliche Lehranstalt für Obst- und Weinbau“ in Geisenheim (Hessen) gegründet. Heute ist die Stadt Sitz der „Forschungsanstalt für Weinbau, Gartenbau, Getränke-Technologie und Landschaftsarchitektur“. Außerdem werden an den insgesamt fünf Instituten mit 14 Fachgebieten in Kooperation mit der Fachhochschule Wiesbaden Diplom-Ingenieure der Studienrichtungen Weinbau und Oenologie, Landschaftsarchitektur sowie Getränketechnologie und Studenten mit dem Bachelor of Science in Gartenbau und Weinwirtschaft ausgebildet. Forschung und Ausbildung genießen internationale Anerkennung. Daher sind Ingenieure aus Geisenheim weltweit in der Weinwirtschaft in verschiedensten Funktionen tätig.

Geläger

Als Geläger, auch Vollhefe, Trub oder Weintrub genannt, wird die abgestorbene Hefe bezeichnet, die sich nach der Gärung am Boden der Flasche oder des Fasses absetzt. Das Geläger wird vor der Flaschenabfüllung durch einen Abstich aus dem Wein entfernt. Feinere Teilchen verbleiben dabei im Wein und werden als Feinhefe bezeichnet. Diese kann durch Filtration vom Wein getrennt werden.
Das Geläger wird zum Brennen von Hefebrand verwendet.

Geranienton

Der Geranienton ist ein Weinfehler, der einen unangenehmer Geruch nach zerriebenen Blättern von Geranien hervorruft und auch zu beeinträchtigenden Geschmacksveränderungen führt. Dieser Fehlton tritt nur bei Weinen auf, die mit Sorbinsäure konserviert wurden. Reagiert diese mit Essig- oder Milchsäurebakterien, entsteht dabei der unerwünschte Geranienton.

Gerbstoffe

Gerbstoffe im Wein stammen aus den Traubenkernen, den Beerenschale (Balg) und den Kämmen (Rappen, Stielen). Sie werden unterschieden in reife – weichere – und unreife Gerbstoffe. Letztere schmecken holzig, bitter und decken die Frucht zu. Eine hohe Konzentration an Gerbstoffen ist gerade beim Genuss von Rotweinen für das abtrocknende und adstringierende Gefühl im Mundraum verantwortlich. Die Konzentration von Gerbstoffen in Rotweinen ist deutlich höher als in Weißweinen. Tannine sind die wichtigsten Gerbstoffe, von denen einige die Weinqualität steigern, während andere ihr abträglich sind. Beim Rotwein sind sie aber ein charakteristisches Merkmal, Rotweine mit zu wenig Tannine gelten mitunter als flach. Sie verbessern zudem die Lagerfähigkeit, denn Gerbstoffe wirken stark reduktiv.

Gerten

Das Aufbinden der Ruten (Rebspross) am Drahtrahmen mittels Weiden oder Kunststoffbändern nachdem der Rebschnitt erfolgt ist.

Geruch

Der Geruch eines Weines ist ein Kriterium der Weinsensorik. Siehe dazu Aroma.

Gesamtalkoholgehalt

Es gibt vier verschiedene Begriffe im Zusammenhang mit dem Alkoholgehalt im Wein. Der „vorhandene Alkoholgehalt“ ist der Alkohol, der in einem Erzeugnis enthalten ist. Der „potenzielle Alkoholgehalt“ ist der Alkoholgehalt, der durch vollständiges Vergären des in einem Erzeugnis (Trauben, Traubenmost) enthaltenen Zuckers gebildet werden kann. Beide Werte zusammen ergeben den „Gesamtalkoholgehalt“. Auf dem Flaschenetikett wird der „vorhandene Alkoholgehalt“ in Volumenprozent angegeben. Der „natürliche Alkoholgehalt“ ist der Gesamtalkoholgehalt vor jeglicher Anreicherung.

Gesamtsäure

Die Summe aller Säuren im Wein, das heißt die Zusammenfassung aller flüchtigen und nichtflüchtigen Säuren. Die Gesamtsäure wird oft mit der Sammelbezeichnung „Weinsäure“ gleichgesetzt, obwohl die Weinsäure nur eine von mehreren Säurearten im Wein ist. Die Gesamtsäure liegt normalerweise im Bereich von 4 bis 12 g/l. Während Weißweine gerne mal säurereicher sind und einen Wert von 4 bis 9 g/l aufweisen, liegt die Gesamtsäure bei Rotweinen im Bereich von 4 bis 6 g/l.

Geschmack

Der Geschmack ist eine subjektive Wahrnehmung und trotzdem Kriterium in der Weinbewertung. Unter Geschmackssinn versteht man die Fähigkeit, verschiedene Stoffe geschmacklich auseinander zu halten. Lange Zeit gab es vier elementare Geschmacksempfindungen: salzig, süß, sauer, bitter. Mit umami ist etwa um die Jahrtausendwende eine wissenschaftlich anerkannte fünfte Geschmacksqualität der menschlichen Zunge hinzugekommen. Jüngst kam mit fettig die sechste Geschmacksrichtung dazu. Die Geschmacksarten sind nicht zu verwechseln mit taktilen Empfindungen (den Tastsinn betreffend) speziell an den Wangeninnenseiten wie zum Beispiel scharf oder adstringierend.